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"Die Anekdote (von griechisch anékdoton - „nicht herausgegeben“) ist eine literarische Gattung, die eine bemerkenswerte oder charakteristische Begebenheit, meist im Leben einer Person, zur Grundlage hat."
Nachweis: Wikipedia

In diesem Sinne werden hier kurzgehaltene Berichte eingestellt:

Auszug aus einem meiner Mails:
.....eine sehr treffende Zusammenfassung der intensiven Begegnung mit einem faszinierenden Kontinent....

"Das halbe Jahr in Afrika war wieder der Hammer!
So sehr ich auch über den Kontinent und die Bewohner herziehen und schimpfen kann, so beeindruckend und fesselnd ist es aber doch. Oder gerade deswegen!
Ich hab sie angeschrien, verflucht, verwünscht, die ganzen Gfrastsackln, und doch liebe ich sie alle so sehr. Auch wenn sie einen oft zur Weißglut bringen können, so sind die Meisten doch auch so liebenswert, freundlich und bewundernswert!
Nirgendwo sonst auf der Welt habe ich Menschen getroffen, die sich in so rührender und herzlicher Weise einen lebenslangen Platz in meinen Erinnerungen reserviert haben......"

Die böse Seite Afrikas, oder wie es ist, überfallen zu werden
April 2008

Nach fast ausschließlich erfreulichen und positiven Erfahrungen mit den Bewohnern des schwarzen Kontinents , nach insgesamt fast 1,5 Jahren Aufenthalt, zeigt uns Afrika erstmals seine schlechte Seite.
Am letzten Abend in unserem Auto vor der Verschiffung wurden wir Opfer (bzw. Sieger) eines bewaffneten Raubüberfalls in Kapstadt direkt vor unserem Backpackers.
Kurz nach Einbruch der Dunkelheit, wir sitzen gemütlich im Auto, kommt plötzlich dieser Typ auf die Leiter des Auto gesprungen, sagt: "don´t step out of your car! Give me all your money! Give me your wallet!", und deutet auf seine Hand in der Hosentasche.
Plötzlich wird mir klar, daß das ein ernsthafter Überfall ist. Zwei Möglichkeiten: Entweder wir geben ihm alles was einen Wert hat(zu viel), oder ich schlag ihn tot(so die Idee).
Ich entscheide mich für die 2. Möglichkeit, und springe brüllend aus dem Auto auf ihn zu, bereit, ihm den Kopf abzuschlagen.
Er dürfte mir ansehen, was ich im Schilde führe, springt von der Leiter, macht einen Satz zurück, zieht ein mächtiges Messer aus seiner Hosentasche, geht in Angriffsstellung, und schreit: "I kill you, i kill you!"
Komischerweise, wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, beeindruckt mich das Messer in diesem Moment fast überhaupt nicht, da ich das Gefühl habe, ihm überlegen zu sein und ihn im Griff zu haben, und gehe weiter auf ihn zu, immer noch mit dem Willen, ihn in Grund und Boden zu prügeln.
Auch das dürfte mir anzusehen sein, denn obwohl er mit dem Messer die wesentlich bessere Ausgangslage hat, ist er verunsichert, und sucht nach kurzem unschlüssigen hin und her das Weite auf.
Unterm Strich ein riesen Glück! Wäre er etwas professioneller oder besser gewesen, dann hätte ich jetzt wahrscheinlich ein Messer in der Brust!
Im Nachhinein ist es interessant, wie klar und überlegt man in so einer Extremsituation reagieren kann. Ich hätte mir das nie gedacht. Hab mir so ein Szenario oft im Kopf vorgestellt, und angenommen, daß man in diesem Schock kaum handlungsfähig sei. Der Schockmoment kam zwar, aber nur für einen Bruchteil einer Sekunde. Danach war plötzlich alles ganz klar. Ich kann mich auch an keine große Aufregung oder Angst erinnern. Wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, bin ich erregter, als ich es mitten drinnen war. Seltsam.

Reisestatistik:

Letztes Update am:
04.10.2010
aktuelle Position:
Graz,
Fahrzeugtechnikstudium
Temperatur: 10° C
Reisetage(insg.):
ca.643
Strecke(insg.):
ca. 76.500 km
Reifenpannen: 7
Überfälle: 1
Schmiergelder:
25 Euro
Länder:ca.35

Transafrikaroute 06/07/08: