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Ägypten

Der Grenzübertritt nach Ägypten gestaltet sich durchaus langwierig, und so brauchen wir einen halben Tag, bis alle Formalitäten erledigt, die ägyptischen Kennzeichen montiert sind, und wir endlich einreisen dürfen.
Da wir gehört haben, daß die Beantragung des Sudan-Visums bis zu 4 Wochen in Anspruch nehmen kann, fahren wir auf direktem Weg nach Kairo zur Sudanesischen Botschaft.
Sehr zu unserem Erstaunen wird das Visum dort innerhalb weniger Stunden erteilt, allerdings auch zu einem höheren Preis, als uns bekannt war. Das Einmonatsvisum kostet dort nämlich satte 100 US-Dollar.
Die nächsten Tage bleiben wir in Kairo, und sehen uns die größte Stadt Afrikas, mit ca. 20 Millionen Einwohnern, etwas genauer an.

Ein ägyptischer Trinkwassertransporter:

Natürlich werden auch die Pyramiden besichtigt:

Für jenes Foto, mit dem Auto vor den Pyramiden, fahren wir extra an einem schönen blauen Tag nochmals in jenes Areal, zahlen nochmals den vollen Eintritt plus die Extragebühr für das Auto, um im Endeffekt, ginge es nach dem Direktor des Pyramidenareals, ohne Foto wieder von Dannen zu ziehen, denn plötzlich, nachdem ich glücklicherweise schon einige Fotos geschossen hatte, kommen zwei Typen mit einem Jeep angerast, springen aus dem Auto, rennen auf meine Kamera zu, die gerade auf dem Stativ steht, und stellen sich brüllend davor. "No Foto, no Foto!!" schreien sie mir zu, beide einen wütend roten Kopf. Es stellt sich dann heraus, daß der Grund für die viele Aufregung in der Werbeaufschrift auf dem Koffer des Autos zu finden ist. "Kommerzielle Fotoaufnahmen bedürfen einer eigenen Genehmigung", heißt es, und ob ich die denn hätte? Nein, natürlich nicht. Sind ja auch keine kommerziellen Aufnahmen, da es sich hier um mein privates Fahrzeug, bzw. um mein Haus handelt, versuche ich ihnen zu erklären. Nein, da ist Werbung drauf, und sowas darf unter keinen Umständen vor den Pyramiden fotografiert werden!
Langsam ahne ich schon schlimmes, und in einer unbeobachteten Sekunde nehme ich die Speicherkarte aus der Kamera, und verstecke sie schnell im Führerhaus, um bei Aufforderung den Kontrollorganen meine Kamera mit der zweiten Speicherkarte auszuhändigen.
Und tatsächlich. Kurze Zeit später rast das nächste Auto an. Diesmal ist es der Chefinspektor. Zum Glück rennt er sofort zu mir, ohne vorher mit seinen Kollegen zu reden und fragt mich, wo meine Kamera sei, und ob ich denn schon Fotos gemacht hätte. "Ja, zwei Fotos mit meiner Freundin vor den Pyramiden, und als ich das Foto mit dem Auto machen wollte, da kamen ihre Kollegen angerannt, und haben sich vor die Kamera gestellt!". "Also kein Foto mit dem Auto?". "Nein, leider nicht!". "Trotzdem müssen sie mich jetzt zum Direktor begleiten, außer, sie verlassen sofort das Gelände."
Mit angefressener Miene teile ich ihm mit, daß ich unter diesen Umständen sowieso nicht hier bleiben will, springe ins Auto, wo die Steffi schon auf mich wartet, und wir rasen davon.
Trotz einer riesigen Wut im Bauch, verlasse ich die Pyramiden mit einem breiten, verschmitzten Grinsen im Gesicht, denn daß was sie wollten, haben sie nicht bekommen, nämlich das hier:

Von Kairo fahren wir auf den Sinai mit seinen bekannten Bergen und der wunderbaren Unterwasserwelt am Golf von Aqaba und dem roten Meer.
Da ja bald Weihnachten ist, zieht es uns zuerst an jenen Ort, an dem laut neuem Testament vor 2006 Jahren der heilige Dornbusch gebrannt hat. Heute steht an jenem Platz, auf 1570m Höhe, als würdige Verehrungsstätte das Katharinenkloster:

Jenes Kloster steht direkt am Fusse des 2285m hohen Mosesberges, an dem Moses die zehn Gebote übergeben wurden. Um den Sonnenaufgang am Gipfel mitzuerleben, kriechen wir um 3 Uhr morgens aus den Federn, und besteigen mit unseren Stirnlampen den Berg.
Der Sonnenaufgang ist dann wirklich ein Erlebnis, und die Aussicht überwältigend:

Allerdings sind wir nicht die Einzigen! Ein goldenes Geschäft für die hunderten Kamelführer, die die faulen Touristen mit ihren braven Tieren fast bis ganz auf den Gipfel transportieren!:

Von Sankt Katharina ist es nur ein kurzer Weg an den Golf von Aqaba, auf den wir uns schon sehr freuen. Die Korallenriffe im Golf von Aqaba und dem roten Meer sind weltberühmt, und zählen zu den schönsten, farbenprächtigsten, und artenreichsten ihrer Art.
Wir finden, mittlerweile nur mehr 2 Tage vor Weihnachten, ein schönes Plätzchen in Nuweiba, von wo aus wir sogar nach Jordanien und nach Saudi Arabien sehen können, und finden beide, daß es wohl üblere Plätze gäbe, um Weihnachten zu verbringen.
Direkt "vor unserer Haustüre" liegt ein wunderschönes Korallenriff,an dem man herrlich Schnorcheln kann!:

Am 25.12. verabschieden wir uns von Nuweiba, und fahren wieder retour Richtung Kairo, um von dort an der Küste des roten Meeres nach Luxor zu fahren.
Unterwegs halten wir noch in El Gouna, einer aus dem Boden gestampften Touristenstadt, wo es eine deutsche Kitesurfschule gibt, treffen einige nette Leute dort, und verzichten letzten Endes aber aus Budgetgründen darauf, dort einen Kurs zu absolvieren, und machen uns weiter auf den Weg in die ägyptische Touristenhochburg Luxor.
Bis Luxor gelingt es uns auch, den vorgeschriebenen Konvoifahrten zu entgehen, die aus Sicherheitsgründen seit dem großen Attentat 1997 auf Luxor eingeführt wurden. Es macht allerdings überhaupt keinen Spaß, von der Polizei eskortiert, inmitten von min. hundert Reisebussen, mit absolut gemeingefährlichem Tempo dahinzuglühen. Die gesamte Konvoipflicht wirft ohnehin einige Fragen auf, denn was gibt es für ein lohnenderes Terroristenziel, als einen dichtgepackten Konvoi mit über 100 Fahrzeugen auf einen Streich, von denen noch dazu jeder die fixen, festgelegten Abfahrtszeiten kennt........
Aber alleine zu fahren ist für Touristen natürlich VIEEEEEL zu unsicher....

Um dem Konvoi zu entgehen, fahren wir also auf der westlichen, ohnehin ursprünglicheren Nilseite. Entlang des Nils wird auf den wenigen hunderten Metern links und rechts die fruchtbar sind, eifrig Feldbau betrieben:

Luxor selbst hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten, und so besuchen wir gleich mal den Luxor-Tempel, der wirklich einen Besuch wert ist:

Es gibt auch eine wunderschöne Nilpromenade mit hunderten Schiffen, die hinüber auf die andere Seite zum Tal der Könige fahren:

Am Campingplatz treffen wir ein holländisches Ehepaar,Peter und Inger, die mit ihrem alten Landrover auf dem Weg nach Sambia sind, um ihre Tochter zu besuchen, die dort in einem Nationalpark arbeitet. Außerdem ist dort auch noch ein deutsches Paar, das wir schon aus Kairo kennen, und am Silvesterabend kommen dann auch noch Peter und Bini nach Luxor, und gemeinsam verbringen wir alle einen sehr netten Neujahrsabend mit herrlichem Abendessen und reichlich Bier und Wein.

Früh am nächsten Morgen brechen wir alle, mit Ausnahme des deutschen Paares die nach Libyen fahren, mit dem Convoi, dem wir diesmal nicht entgehen können, auf nach Assuan wo wir die nächste Fähre über den Nasser-Stausee in den Sudan nehmen wollen.
Über diese Fähre, die die einzige legale Einreise in den Sudan ermöglicht, hört man die unterschiedlichsten Horrorgeschichten, sowohl vom Preis, als auch von den Abfahrtszeiten her. In Assuan angekommen, suchen wir daher gleich das Büro der Fähragentur auf, um mit dem zuständigen Herrn, Mr. Salah, kontakt aufzunehmen. Das Resultat dieses Gespräches ist, daß wir entweder für über 3.000 Euro das große Frachtponton mieten müssen, das für unsere Lkws nötig ist, oder aber 2 Wochen warten könnten, denn für den 15.Januar habe eine Overlandercompany aus England das gesamte Ponton für ihren Overlandtruck gebucht und auch schon bezahlt, auf dem bestimmt für uns auch noch Platz wäre. Wir müssten nur mit denen Kontakt aufnehmen, meint Mr. Salah.
Wir entschließen uns nach längerem Überlegen, die 2 Wochen zu warten, falls die Overlandcompany uns für 300 Euro mitnehmen würde. Nach einigen Telefonaten mit jenem Reiseveranstalter ist die Sache geklärt, und sie lassen uns tatsächlich für nur 300 Euro auf dem Boot mitfahren.
Das bedeutet für uns zwar eine lange Wartezeit, in der wir wegen inzwischen abgelaufener Fahrzeugzulassung Assuan nicht verlassen können, aber eine enorme finanzielle Ersparnis von über 1000 Euro pro Fahrzeug!
Wir haben also genug Zeit, um Assuan zu erkunden, und einige schöne Fotos zu machen.



Reisestatistik:

Letztes Update am:
04.10.2010
aktuelle Position:
Graz,
Fahrzeugtechnikstudium
Temperatur: 10° C
Reisetage(insg.):
ca.643
Strecke(insg.):
ca. 76.500 km
Reifenpannen: 7
Überfälle: 1
Schmiergelder:
25 Euro
Länder:ca.35

Transafrikaroute 06/07/08: